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Neunte Veranstaltung im Rahmen der PPP-Informationsinitiative

Am 20. November 2012 fand in den Räumen der NBank in Hannover mittlerweile die 9. Veranstaltung im Rahmen der ÖPP-Informationsinitiative statt. Das Thema lautete diesmal: „Chance ÖPP – aus Erfahrungen lernen“. Dementsprechend standen Erfahrungsberichte aus der Praxis im Vordergrund der mit rund 60 Teilnehmern sehr gut besuchten Veranstaltung; Wirtschaftsförderer, Berater, Bauunternehmen, Kommunen sowie Vertreter verschiedener Ministerien und des Landesrechnungshofes nutzten die Gelegenheit zur angeregten Diskussion.

Nach der Begrüßung durch NBank Vorstandsmitglied Dr. Sabine Johannsen wies Herr Staatssekretär Dr. Oliver Liersch aus dem Niedersächsischen Wirtschaftsministerium in seinem Grußwort auf den erheblichen Investitionsstau bei den Gemeinden, Städten und Landkreisen hin, der laut einer Schätzung des Deutschen Institutes für Urbanistik bundesweit bei rund 100 Mrd. Euro liege. Die Öffentlich-Private-Partnerschaft müsse als Beschaffungsalternative wieder verstärkt in den Blickpunkt gerückt werden, denn die Grundidee sei ebenso simpel wie einleuchtend: Ein Partner, der später ein Projekt auf eigenes Risiko betreibt, wird bei der Planung und Errichtung besondere Sorgfalt an den Tag legen und von Anfang an den gesamten Lebenszyklus der zu beschaffenden und zu unterhaltenden Infrastruktur berücksichtigen. Dass diese Grundidee richtig sei, belegten die ermittelten Effizienzvorteile aller seit 2002 ermittelten Wirtschaftlichkeitsvergleiche, die bei durchschnittlich rund 14 % lägen. Hervorzuheben sei außerdem die Pünktlichkeit der Baufertigstellung und die umfängliche Einbeziehung des mittelständischen Handwerks in ÖPP-Projekte.

Anschließend referierte Herr Andreas Pütz, Leiter des Büros des Landrats und Sprecher des Heidekreises, über die Erfahrungen des Heidekreises beim Neubau der Kreisverwaltung. Ziel des Neubaus ist es, die auf 10 Standorte in Soltau verteilten Verwaltungen in einem neuen Gebäude zusammenzufassen. Das Projekt wird als 4-Phasen-Modell (Planen, Bauen, Finanzieren, Bewirtschaften) zu einem Festpreis von 9,8 Mio. Euro umgesetzt. Der Barwertvorteil beträgt gegenüber der konventionellen Beschaffung in Eigenregie zugunsten der ÖPP-Variante 12,65 %. Der Neubau wird 165 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Platz bieten und am 30. August 2013 fertig gestellt sein.

Herr Stephan Kassel, Stadtrat der Stadt Celle, berichtete über die wichtigsten Entwicklungsschritte im Zuge des Neubaus der Feuerwehrwache in Celle. Als erstes musste entschieden werden, ob der Renovierung des Altbestandes oder der Neuerrichtung der Vorzug zu geben war. Auch der Standort sei zunächst offen gewesen, die Wahl fiel schließlich nach einer umfangreichen Standortanalyse auf das Saarfeld. Nachdem der Rat im Sommer 2011 Grünes Licht für die Umsetzung in Form eines ÖPP-Projektes gegeben hatte, konnte die neue Feuerwehrwache am 29.11.2012 bezogen werden.

Herr Dr. Andreas Iding von der Fa. Goldbeck Public Partner GmbH referierte im Anschluss über die nachhaltige Bewirtschaftung kommunaler Gebäude aus der Sicht des privaten Auftragnehmers. Auch die Bewirtschaftung der neuen Celler Feuerwehrwache liegt in den Händen der Fa. Goldbeck. Herr Dr. Iding stellte in seinem Fazit fest, dass Gebäudemanagementleistungen die Effizienztreiber bei ÖPP-Projekten seien , außerdem werde durch sie die Werterhaltung der Immobilie verbindlich sichergestellt.

Anhand der Infospalte können Sie sich einen Überblick über die veröffentlichten Präsentationen verschaffen.
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